Das schmeckt fett! Stielkotelett vom Schwäbisch-Hällischem Schwein, dem Mohrenköpfle

Man kann, was den Fleischgenuss angeht, von zwei ganz extrem auseinanderlaufenden Trends sprechen. Der eine wundert mich ob der ständigen Skandale in und um die industrielle Fleischerzeugung immer mehr - der zum “immer billiger”. Auch letzte Woche sah ich in einem großen Supermarkt wieder ein Angebot für Schweinenacken für € 4,49/kg. Gegenläufig dazu gibt es scheinbar immer mehr Verbraucher, die ihren Fleischkonsum verringern um dann mehr Geld für weniger Fleisch auszugeben. Allerdings bin ich mir über die echten Zahlen dieses Trends nicht sicher, vielleicht ist auch einfach nur die Vermarktung von “gutem” Fleisch in den letzten Monaten besonders lautstark. Tatsächlich werden lediglich 0,7 % des in Deutschland erzeugten Schweinefleisches in Bio-Qualität erzeugt. Wenn ich dann höre, was die Menschen in meinem Bekanntenkreis so erzählen, wie wenig sie Fleisch essen und dass es dann natürlich nur Bio sei - da kommen mir schon manchmal Zweifel. Das ist vielleicht wie bei der Zeitung mit den 4 großen Buchstaben, die liest ja auch keiner ;)

Aktuell isst der Deutsche im Durchschnitt ca. 1000 g Fleisch in der Woche. Bei mir persönlich ist es wohl ca. ein Drittel dieser Menge. Ich esse gerne Fleisch und wenn, dann auch in größerer Menge (Sie wissen ja, alles unter 400 g ist Carpaccio) - aber eben nicht jede Woche und ich esse z. B. überhaupt keine Wurstwaren.

Von allen Fleischsorten kommt mir Schweinefleisch am wenigsten auf den Teller. Das hat wahrscheinlich mit Prägung aus dem Elternhaus zu tun (meine Eltern waren Adventisten und diese leben nach den jüdischen Speiseregen, essen also kein Schwein) und dazu kommt, dass es in meiner erreichbaren Nähe kaum gutes Schweinefleisch gibt. Selbst wenn mal ein Bauer seine Schweine unter würdigen Bedingungen hält, hat er meistens nur eine der Turbo-Hybridrassen auf dem Hof. Schnelles Wachstum, mageres Fleisch. Dabei ist es doch gerade das Fett, das das Fleisch schmackhaft macht. Und noch dazu beim Braten davor schützt, dass es trocken wird.

Daher kaufe ich Schweinefleisch nur, wenn ich eine der “alten” Rassen ergattern kann, von denen mir das Schwäbisch-Hällische Landschwein, das so genannte “Mohrenköpfle” das liebste ist. Gezüchtet wird es auf der schwäbischen Alb von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH). Und so ein Kotelett, wie Sie es auf dem Bild sehen, das brate ich nur noch im Fett der eigenen Schwarte. Salze es vorher kurz, brate es von beiden Seiten an und schiebe es dann bei 120° C in den Ofen. Dort darf es für ca. 15 Minuten (je nach Fleischdicke) sanft weitergaren. Dann bekommt es etwas Pfeffer als Würze und sonst nichts. Ich brauche auch gar nichts mehr dazu, kein Brot, keine Kartoffeln, kein Gemüse. So ein Stück Fleisch kostet ca. € 15,00, dafür genieße ich es vielleicht 4 x im Jahr und dann fast mit vor Entzücken geschlossenen Augen.

 

Arthurs Tochter wünscht guten Appetit!

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Scroll To Top