Arthurs Tochter Rezept für Serviettenknödel mit Rosenkohl, Maronen und Hibiskusblüten

Wenn ich in diesen Tagen hinausgehe und mir der kalte Wind am Schal zupft, wenn ich leise vor mich hinfröstle und die kalten Hände tief in den warmen Manteltaschen vergrabe, dann weiß ich: Es ist Knödelzeit! Ganz kurz gibt es sie in der leichten Semmel-Variante auch im Spätsommer zu Pfifferlingen in Rahmsauce. Aber die echte Knödelsaison beginnt für mich immer mit den wärmenden Schmorgerichten des späten Herbstes und des Winters. Bei dem Gedanken, die leichte Spätsommer- mit der gemütlichen Winterversion zu kombinieren, bin ich auf das folgende Gericht gekommen.

Ich bin nicht nur Knödel- sondern auch Kohlliebhaberin. Und Rosenkohl ist doch wirklich ein ganz entzückender kleiner Geselle! Man darf ihn nicht zu Tode kochen, sondern muss ihm seine “Knackigkeit” erhalten, ihm ein wenig Säure an die Seite stellen, gerne auch Nüsse oder Maronen, dann entwickelt er sich prächtig. Ebenso mag Rosenkohl orientalische Begleiter. Versuchen Sie ihn einmal mit Rosinen oder Granatapfelkernen - Sie werden überrascht sein! Heute habe ich ihn mit getrockneten Hibiskusblüten verwöhnt, die ich mir von einer kulinarischen Reise nach Posen/Polen mitgebracht habe. Wenn Sie in der nächsten Zeit nun gerade selbst nicht nach Polen reisen werden, statten Sie einfach mal wieder dem Gewürzhändler Ihres Vertrauens einen Besuch ab, er wird sich sicher freuen, Sie zu sehen und hat ganz bestimmt getrocknete Hibiskusblüten vorrätig. Aber zuerst bekommen Sie von mir nun ein Rezept für absolut gelingsichere Serviettenknödel, die noch dazu die fluffigsten der Welt sein werden, versprochen. Ihr Geheimnis? Grieß!

Für 4 Personen

Serviettenknödel

  • 275 g Toastbrot ohne Rinde
  • 3 Schalotten
  • ca. 50 g Petersilie und Schnittlauch, sehr fein gehackt
  • 1/2 L Milch
  • 110 g Hartweizengrieß
  • 100 g weiche Butter
  • 4 Eier

Das Toastbrot in sehr kleine Würfel schneiden, die Schalotten in Butter glasig braten, abkühlen lassen. Milch und Grieß aufkochen, 10 Minuten quellen lassen. Die weiche Butter und nach und nach die verquirlten Eier dazugeben. Dann die Schalotten mit Kräutern und Brotwürfeln unterheben. Sehr kräftig mit Salz, Pfeffer, Piment d´Espelette und Muskat abschmecken. Die Kloßmasse teilen, jeweils zur Rolle formen und klassischerweise in eine Serviette wickeln, bei mir kommt alles in Klarsichtfolie, die wiederum in Alufolie verpackt wird. Bei 95° C 35 - 40 Minuten im Dampfgarer oder 30 Minuten in Wasser, kurz unter dem Siedepunkt garziehen lassen. Auswickeln, etwas auskühlen lassen und scheibenweise in Butter sanft angehen lassen.

Adaptiert aus “Deutsche Küche” von TEUBNER

Rosenkohl

  • 1 kg Rosenkohl
  • 1 TL Haushaltsnatron
  • 1 EL Butter
  • 150 ml frische Sahne
  • Salz, Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss
  • 200 g Maronen, vorgegart
  • 1 EL getrocknete Hibiskusblüten

Den Rosenkohl putzen, d. h.: Die äußeren Blätter abziehen und den Strunk verkürzen. Bei großen Exemplaren diesen kreuzweise einschneiden oder die Rosen längs teilen. Wasser zum Kochen bringen und das Natron zugeben.

Den Rosenkohl ca. 3 Minuten blanchieren, anschließend eiskalt abbrausen.

Butter in einer Pfanne schaumig erhitzen, ohne dass sie braun wird. Den Rosenkohl darin schwenken (sautieren). Sahne angießen, einköcheln lassen. Die Maronen hinzugeben. Abschmecken. Der Rosenkohl und die Maronen sollten am Ende nur sanft von der Buttersauce umschlossen sein und nicht in ihr schwimmen. Durch die in Butter angebratenen Scheiben der Serviettenknödel wird das Gericht saftig ohne große Saucenmengen.

Die Hibiskusblüten für 2 Minuten in kaltes Wasser legen, gut abtrocknen. Zum Rosenkohl und den Maronen geben.

 

Arthurs Tochter wünscht guten Appetit!

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