Arthurs Tochter Rezept für rotes Hühnercurry mit Bambus und Zuckerschoten

Ein Curry bedeutet zweierlei - einmal ist es die Bezeichnung für eine Gewürzmischung und dann auch für Gerichte der südasiatischen und südostasiatischen Küche auf der Basis einer sämigen Sauce mit verschiedenen Gewürzen und Zugaben von Fleisch, Fisch und/oder Gemüse.

Besonders in der malaysianischen und in der thailändischen Küche verwendet man für Curry fast immer Kokoscreme oder Kokosmilch, Kurkuma, Schalotten, Ingwer, Garnelen-Paste, Chilis, Knoblauch und oft auch Tamarinde. Alle möglichen Nahrungsmittel werden in Malaysia als Curry zubereitet, so z.B. Lamm, Huhn, Shrimps und Garnelen, Tintenfisch, Fischkopf, Auberginen, Eier und verschiedene Gemüsesorten.

Sicher kennen Sie alle die typischen Currys im thailändischen Restaurant, die stets so flüssig sind, dass man sie mit Fug und Recht als Suppen bezeichnen könnte. Dies spiegeln auch oft ihre Namen wieder, wie z. B. Kaeng Dschüüt („Milde Suppe“) oder Kaeng Phet („Scharfe Suppe“, gewürzt mit roten Chilis), im Westen als „Rotes Curry“ bekannt. So ein rotes Curry habe ich Ihnen heute als Rezept mitgebracht. Dabei mache ich es mir in sofern einfach, als dass ich fertige Currypasten (Pasten, keine Pulver!) stets im Kühlschrank auf Vorrat lagere. Ich kaufe sie im Asialaden und verlasse mich dabei und auch beim folgenden Grundrezept für ein rotes Curry auf einen meiner Freunde, der viele Jahre in Thailand in einem Kloster gelebt hat und darauf schwört, die fertigen, hier erhältlichen Pasten wären keinen Deut schlechter als die frisch hergestellten.

Trotzdem habe ich mich bereits mehrfach an selbst hergestellter roter Currypaste, der Khrueang Kaeng versucht und ich gebe Ihnen die verwendeten Zutaten hier gerne wieder. Probieren Sie die Mengenverhältnisse ganz nach Ihren eigenen Vorlieben, auch den gewünschten Schärfegrad können Sie sich so ganz einfach selbst festlegen. Meistens halte ich es so: Für ein länger im Voraus geplantes Curry stelle ich die Paste selber frisch her, für spontanes Kochen greife ich auf ein vorrätiges Fertigprodukt zurück. Die thailändische Küche ist so sehr als blitzschnelle Feierabendküche geeignet, dass ich über gute Fertigprodukte sehr dankbar bin.

Klassische Zutaten für Khrueang Kaeng-Paste, erhältich alle im gut sortierten Asiamarkt

  • rote thailändische Chili (so genannte „Mäusekot-Chili“, Thai: พริกขี้หนู - Phrik Khi Nu)
  • Zwiebeln (Thai: หัวหอม - Hua-Hom),
  • Knoblauch (Thai: กระเทียม - Kratiam),
  • Galangawurzel (Thai: ข่า - Kha),
  • Zitronengras (Thai ตะไคร้ - Ta-Khrai)
  • Koriander-Wurzel (Thai: รากผักชี - Raak Phak Chi)
  • Garnelenpaste (Thai: กะปิ - Kapi)
  • geröstete Kreuzkümmel-Samen (Thai: ยี่หร่า - Yi-Rah)
  • grüne Pfefferkörner (Thai: พริกไทย - Phrik-Thai)

Alle Zutaten im Mörser zu einer feinen Paste zermahlen.

Rotes Hühnercurry mit Bambus und Zuckerschoten

Zutaten

  • 1 EL Khrueang Kaeng-Paste
  • 1 Dose Kokosmilch (400 ml)
  • Einige Spritzer Fischsauce
  • 1 TL Palmzucker
  • 2 Limonen-Blätter oder fein 1 Stengel feingehacktes frisches Zitronengras
  • 200 g Bambus-Sprossen, fein geschnitten, aus der Dose
  • 200 g Zuckerschoten
  • 200 g frische Hähnchenbrust

Mein Tip:

Kaufen Sie Zitronengras immer auf Vorrat. Die Stangen lassen sich im rohen frischen Zustand ohne Probleme einfrieren. Bei Bedarf entnehmen Sie einen Stengel und verarbeiten ihn im noch gefrorenen Zustand nach Wunsch.

Zubereitung

  • Erhitzen Sie einen Wok ohne Zugabe von Fett. Ergänzung: Ich verwende einen Blausstahlwok, der stets von mir eingeölt wird. Sollten Sie einen Edelstahlwok verwenden, geben Sie etwas Soja- oder Erdnussöl hinein
  • Geben Sie die Paste in den heißen Wok und rühren Sie diese unter Zugabe von ca. 70 ml Kokosmilch glatt. Lassen Sie die Paste etwas anrösten
  • Geben Sie die Limettenblätter oder das sehr fein gehackte Zitronengras dazu
  • Geben Sie nun das Hühnerfleisch hinzu und braten Sie auch dieses an
  • Schieben Sie das Fleisch auf die Außenwand des Woks bevor es braun wird und geben Sie nun die Bambussprossen hinzu
  • Erhitzen Sie die Sprossen, schieben Sie das Fleisch wieder hinunter in die Sauce, gießen Sie die restliche Kokosmilch dazu und würzen Sie mit Palmzucker und Fischsauce
  • Geben Sie nun die Zuckerschoten in den Wok und rühre Sie diese mit unter

Zum abschließenden Würzen eignet sich Thaibasilikum, indisches Basilikum oder auch Erbsensprossen. Auch das in unseren Breitengraden bekanntere mediterrane Basilikum schmeckt, besitzt aber nicht diese an Lakritze erinnernde Aromatik des thailändischen Basilikums.

Servieren Sie das Rote Hühnercurry klassischerweise mit Jasmin- oder Basmatireis. Meine liebste Sorte stammt von Tilda und ist ebenfalls im Asiamarkt erhältlich. Achtung: In den pinken Paketen befindet sich ungeschälter Basmatireis, in den blauen der klassische, weiße.

Mein Tip:

Fragen Sie in der Staudengärtnerei nach vietnamesischem Koriander. Er wächst unkompliziert und wie verrückt, braucht allerdings viel Wasser und ist ein sehr intensives Würzkraut, das zu diesem Gericht ebenfalls hervorragend passt.

 

Arthurs Tochter wünscht Ihnen guten Appetit!

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